Kronen Zeitung 14.04.2007
Müllers (Unter-) Welt
In den „80ern“ war Niki Lists „Müllers Büro“ der österreichische Kultfilm, der dank Parodien auf den US-Detektivfilm und TV-Krimis auch im Ausland begeisterte Aufnahme fand. Was lag für Niki List näher, als den alten Plan zu realisieren und daraus ein Musical zu zimmern. Das Metropol zeigt „Müllers Büro“.
Was mit der Studiobühne in Villach erfolgreich begann, gefällt nun auch im Wiener Metropol: Freddy Gigeles, Peter Jandas und Lothar Scherpes schwungvolle, im Stil der „80er“ konzipierte Musik gefällt, List selbst führt Regie, das Bühnenbild ist von Stephan Prattes (Kostüme: Martina List; Choreographie: Anna Müller, Nora A. Hofmann.)
Die Handlung spielt im Büro des Detektivs Max Müller, der in Larry Lapinsky den kongenialen Helfer und in Fräulein Schick die ihn heiß liebende, zickige Sekretärin hat. In diversen Bars der Wiener Unterwelt stellt Müller seine Recherchen an. Die aktuellen Rotlichtaffären der Wiener Polizei geben dem Stoff übrigens Aktualität.
Die Unterweltler, Müller und Lapinsky sind mit dem Revolver schnell bei der Hand. Unterweltbosse werden erledigt, mit den Damen ergötzen sich die beiden Detektive hinter der Bürocouch und hinter einer beleuchteten, Einzelheiten verschwommen offenbarenden Lichtglaswand.
Simon Hatzl ist in seinem Humor und seiner Vitalität ein hervorragender Hauptdarsteller; Hubert Wolf steht ihm als sein Helfer kaum nach; Stella Fürst, Elke Jochmann und Lisa Antoni verkörpern attraktiv ihre verschiedenartigen Aufgaben, David Daniel Zinsmeister, Alexander Donesch und Stefan Konrad verblüffen mit akrobatischen und tänzerischen Fähigkeiten. Die Rasanz der Aktionen verblüfft; Wiederholungen rufen aber trotz Witz und Turbulenz kein bisschen Langweile hervor.
Immerhin: Man genießt in Hernals köstliche Einfälle, rasantes Spiel und einen zwerchfellreizenden Musicalabend. Ein Erfolg!
Kronen Zeitung
Das musikalische Parodie-Recycling
Natürlich hat’s seine Reize, auf kleinstem Raum und mit klemmenden Schwingtüren Musical zu spielen. Noch dazu eins, wo nach Kräften geraucht, gesoffen, gelogen, geschweinigelt, geschossen und gestorben wird. Da ist die Bar auch „Psyche“, der Aktenschrank auch Badezimmerkastl (Bühne: Angelica Kopf). Die Kostüme (Martina List) sind von Schotten-Mini bis Batman- Unterhosen überkandidelt wie die Handlung, die ja eh nicht wichtig ist. Wichtig sind: Echte Männer und ihre Freundschaft, Whisky, Geld – und Sex, logo!
Da gibt´s unter Regie von Niki List Nummern von Schattenspiel über gejodeltes Gestöhne bis zum Endlos-Infight unterm Filmhit-Motto: „Ich will mehr“, das auch die vielen Szenenwechsel begleitet.
Songs und Choreografie (Gigele/Janda/Scherpe, bereits auf CD) parodieren sich ebenso selbst wie die Darsteller, die durchwegs gut drauf sind: Simon Hatzl als Meisterdetektiv, Hubert Wolf als Adlatus, Stella Fürst als Lispel-Sekretärin; Lisa Antoni, Elke Jochmann, Alexander Donesch, David Zinsmeister und der Kärntner Stefan Konrad in turbulent gewechselten Rollen – in einem flotten Blödelspaß. Zu sehen noch bis Silvester.
Kleine Zeitung
Böse Ganoven & heiße Schnitten
Vielleicht ist er nicht ganz so cool wie Humphrey Bogart, aber wenn das nicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit seinem Publikum ist, dann hat Max Müller noch nie einen Schluck Whiskey getrunken. Und genau das macht er praktisch ununterbrochen. Am Freitag kippte nicht nur er ein paar Drinks, sondern der Kultfilm „Müllers Büro“ von der Leinwand auf die Bühne. Aus der rabenschwarzen Krimi-Operette wurde ein ebenso schwarzes, spritziges Musical, das nicht in einer Hochglanzverpackung daherkommt, sondern als köstlich derber Schabernack mit Ecken und Kanten.
Der sich praktisch sofort in die Publikumsherzen stahl. Nicht nur, weil man in der neuebuehnevillach wirklich nah dran ist. Und zwar so nah, dass sich die Damen durchaus angesprochen f ühlen können, wenn Larry ins Publikum fragt: „Sind heiße Schnitten da?“
Untergründig
Vor allem aber ist Regisseur Niki List eng an seinem Film und hat trotzdem etwas ganz Eigenes entwickelt. Ein paar Figuren sind verloren gegangen, die Entschlackung tut der Bühnenversion aber gut. Die Handlung bleibt immer noch untergründig genug: Der abgehalfterte Privatdetektiv Max Müller (Simon Hatzl) wird von der geheimnisvollen Ingrid Bergmann alias Bettina Kant (ladylike: Elke Jochmann) beauftragt, ihren Lover Mike zu suchen. Bald glaubt Müller, mit seinem Freund Larry (Hubert Wolf in seiner „Batman“ –Unterhose muss man gesehen haben!) zwischen die Fronten eines Bandenkrieges geraten zu sein.
Alle Rollen werden vom nur achtköpfigen Ensemble übernommen, das mit viel Spiellust durch die Szenen säuft, furzt, schießt und hurt. Höhepunkte gibt´s dementsprechend viele, unter anderem wenn Fräulein Schick (Stella Fürst) behauptet: „weil ich so sexy bin“ Die Musik dazu ist ebenso fetzig wie die Tanz- und Kampfeinlagen (Choreografie: Anna Müller, Mel Stein).
Und wer nach zwei Stunden mit diesem Musical noch immer keine Freundschaft geschlossen hat, der trinkt wahrscheinlich wirklich keinen Whiskey.
KTZ 12./13.11.2006
Ein Musical auf „Club-Größe“
Am 16. und 17. Feb. 2006 haben die Castings für "Müllers Büro" das Musical Villach. Die Gangster und ihre Jäger sind los!
Pünktlich zum Auftakt der „fünften Jahreszeit“ in Villach kehrt die leichte Muse im Keller ein: in der „neuenbuehnevilla“ stellte Filmregisseur Niki List sein erfolgreiches Zelluloid-Kind in ein neues „Format“, wie´s bei den Medien so schön heißt. „Müllers Büro – das Musical“ war leichter und früher möglich als die längst geplante, aber schubladisierte Filmfortsetzung „Müllers Büro II“ (die KTZ berichtete.)
Niki List musste sich mit so bühnentypischen Dingen wie Umbau auf offener Bühne
und schneller Szenenwechsel durch Lichtstimmungen durcharbeiten, um eine Bühnenfassung zu bekommen. Dazu kommt die Beengtheit, wo bei sich die Tanzszenen (die bei einem Musical selbstredend dazugehören und auch geboten werden) gerade noch ausgehen. List hat mehr Musik eingebaut als die zwei bekannten Hits – aber natürlich fehlt „Männer sind wie Marzipan“ nicht, das blieb uns erhalten. List würzt mit Zutaten, aus denen Quotenerfolge geworden sind: Egal ob im Kino oder auf der Bühne. Mit schwarzem Humor, haufenweise nostalgisch-stilistischen Zitaten, Erotik und Krimispannung. Was kann da schon schief gehen? Die Show aufgrund von Besetzung und Raumangebot ein Mikro-Musical, hat „Drive“ und wird in dieser Beziehung wahrscheinlich noch während der langen Spielzeit zulegen. Klamauk mit Anspruch funktionieren. Die Damen (Lisa Antoni, Stella Fürst, Elke Kochmann) bringen´s allesamt, Simon Hatzl als Müller kann (nicht nur wegen der Assoziation mit dem Milchprodukt gleichen Namens) ein paar Coolness-Grade zulegen. Aus dem Ensemble ragt mit seiner Leistung Hubert Wolf (als Freund Larry) heraus .
„ Müllers Büro - Das Musical“ – wie geschaffen für die unterhaltungswütigste Zeit des Jahres: ein Musical in „Club-Größe“
Kleine Zeitung 13.11.2006
Freund oder halt nur Kumpel
Niki Lists „Müllers Büro“ – ein Plädoyer für wahre Freunde.
Wenn Max Müller und Larry auf der Bühne inbrünstig vereint singen: „Das können nur Männer verstehen, was uns Männer vereint“, beginnen im Publikum der neuenbuehnevillach Männeraugen zu leuchten. Der Mythos Männerfreundschaft – im schwungvollen Musical „Müllers Büro“ lebt er.
„
Entweder man hat einen besten Freund oder es ist nur ein Kumpel,“ so Theaterchef Michi Weger, dessen Bühne der intensiven Freundschaft zwischen Müllers Büro Macher Niki List und Eric Jan Rippmann entgegenkommt. „Wir beide haben immer schon vorgehabt, etwas in der neuenbuehnevillach zu machen“, erzählt List, der für die Musicalbearbeitung des Films seine drei Komponisten Freddy Gigele, Peter Janda und Lothar Scherpe männerfreundschaftlich wieder mit ins Boot genommen hat. „Während Niki in Villach geprobt hat, ergaben sich noch Änderungen in der Musik. Niki hat mich in Wien angerufen und kurz gesagt, was er meint, und ich habe die Änderungen gemacht“, beschreibt Janda das blinde Verstehen zwischen Männern, die durch dick und dünn gehen.
Das ist im Fall von Müllers Büro das Erfolgsrezept. Von der Premiere waren auch begeistert: Markus Malle, Obmann des Vereins neuebuehne, Politikerin Christine Muttonen und die Kleine Zeitung Männer Michael Sabath und Michael Kummerer.
Kleine Zeitung Kultur 09.11.06
Cooles Musical mit Müller
Abtauchen in die Unterwelt: Max Müller ermittelt wieder und legt dabei eine kesse Sohle auf Parkett.
Ich will mehr“, sangen Andreas Vitasek und Maxi Sukopp. Und das Publikum gab ihnen Recht: Nur wenige Tage nach der Welt-Uraufführung bei der Berlinale 1986
gab es bereits Fans, die Niki Lists schwarze Krimioperette rund um coole Privatdetektive, schöne Frauen und dunkle Ganoven mehrmals gesehen haben. Nun, exakt zwanzig Jahre später, wird aus dem Kultfilm ein Musical, das morgen in der neuenbuehnevillach seine Uraufführung erlebt und 2007 vom koproduzierenden Metropol Theater in Wien übernommen wird. Regie führt wieder Niki List.
Sind Sie vor dieser Premiere lockerer als vor zwanzig Jahren?
Niki List: Es ist einfach anders. Ich habe die ganzen Jahre die Idee schon witzig gefunden, ein Musical aus Müllers Büro zu machen und jetzt ist es soweit. Ich freue mich.
Auf was können sich die Zuschauer freuen?
List: Vor allen Dingen auf neue zusätzliche Songs, die für das Musical gemacht wurden – wir haben aktuelle Songs, die aber im Stil des Filmes sind. Ein toller „Musicaltrack“, (auf CD erhältlich) wenn ich das mal so nennen darf. Wer den Film kennt, kennt noch lange nicht das Musical. Allerdings: Wer den Film mag, liebt auch das Musical.
Was ist der Hauptunterschied zwischen Film und Musical?
List: Ich musste umdenken. Wenn beim Film eine Großaufnahme geschnitten wird, sieht man ja nichts im Hintergrund. Beim Theater ist das anders. Da kann man nichts verstecken und gleichzeitig diese Situation auch für komische Szenen nutzen.
Kleine Zeitung 02.11.2006
Urkomisch und temporeich
Beim Schnuppern in der Probezeit hinter den Kulissen bekommt man die pure Lust, sich das Musical anzuschauen. Die Dialoge und das Schauspielensemble sind urkomisch, auch die neuen Songs sind im Müllers Büro-Style. List: „Wir haben 250 Leute gecastet, um dieses Ensemble zu finden, und bei der Musik haben Freddy Gigele, Peter Janda und Lothar Scherpe tatkräftig mitgemacht – und das Trio war schon beim Film dabei.“
Ein Garant, dass die Musik passt und im gleichen Schwung beginnt, wie der Film aufgehört hat.
20 Jahre nach dem Riesenerfolg des Films darf sich Kärnten auf eine temporeiche Uraufführung freuen.
IN EIGENER SACHE 01.03.2006
Die Vorbereitungen haben begonnen
Am 16. und 17. Feb. 2006 haben die Castings für "Müllers Büro" das Musical begonennen. Das war definitiv der Startschuß für die Umsetzung des seit langen geplanten Projekts. Der Termin für die Premiere ist im November 2006 .